Kräftig bergauf und bergab rund um Glashütte

Zu Fuß zu den markantesten Aussichtspunkten
Kurz vor dem Jahresende 2025 besuchte ich die Uhrenstadt Glashütte. An einen Stadtrundgang wollte ich noch eine kurze Rundwanderung anhängen, um mir die Kleinstadt von oben zu besehen. Mit der Bastei, dem Pilz, dem Felsentor und dem Hahneberg hatte ich mir die markantesten Aussichtspunkte und Wanderziele schon ausgesucht. Das Unternehmen scheiterte aber an der fortgeschrittenen Tageszeit. Also fuhr ich ein paar Tage später wiederholt nach Glashütte und wanderte meine Tour.
Kleine Rundwanderung um Glashütte
In der Nähe des Uhrenmuseums Glashütte kann recht praktisch geparkt werden, so legte ich den Beginn und das Ende an diesen Ort. Dass Glashütte im Müglitztal und im abzweigenden Prießnitztal liegt, wusste ich. Bei meiner Wanderplanung hatte ich aber übersehen, dass die umgebenden Höhenzüge ungefähr 100 m höher liegen. So wurde die rund zehn Kilometer kurze Tour doch anstrengender als erwartet. Dabei ging es öfters bergauf und bergab, so dass insgesamt knapp 450 Höhenmeter bewältigt werden mussten.
Hinauf zu Bastei und Pilz

Mit dem gelben und blauen Punkt als Wegmarkierung begann der erste Aufstieg. Die bekannten Aussichtspunkte Bastei und Pilz waren schnell erreicht. Von beiden hat man einen Blick ins Müglitztal. Den Wanderweg kreuzten bis dahin viele umgestürzte Bäume, der Weg selbst war aber freigeschnitten. Nach dem Pilz, der schon 1882 als Ausflugsort eingeweiht wurde, folgte ein steiler Abstieg ins Müglitztal.

Entgegen der Fließrichtung lief ich am linken Müglitzufer in Richtung Glashütte. Ich kreuzte die Müglitz schon in Höhe der Eisenbahnbrücke, obwohl der markierte Weg noch weiter führt. So erreichte ich nach 300 Metern den Aufstieg zum Felsentor und zur Sternwarte. Hier gilt nur noch der gelbe Punkt als Orientierung. In Höhe der Kindertagesstätte ist die Wegmarkierung etwas uneindeutig. Der Weg führt links am Haus vorbei. Der Aufstieg ist an dieser Passage steil und kurz.
Durch das Felsentor zum Ochsenkopf

Am Felsentor angekommen hat man in einer Jahreszeit, in der die Bäume kein Laub tragen, auch einen kleinen Blick auf Glashütte. Das Felsentor wurde durch übereinander liegende Felsen gebildet und erhielt auf Grund der Nähe zum Ochsenkopf (432 m) auch die Bezeichnung Ochsenauge. Das nächste Ziel, die Sternwarte, ist nicht weit.

Seit 1910 entsteht diese in der Nähe des Ochsenkopfes. Von 1904 bis 1910 von der Uhrmachervereinigung Urania errichtet, erhielt der Ort Glashütte so eine Schulsternwarte. Ende der 1930er Jahre wollten Otto Lange, der Enkel Ferdinand Adolph Langes, und Herbert Wempe aus Hamburg ein Teleskop in die Sternwarte bauen. Der Zweite Weltkrieg und dessen Folgen, die Sternwarte wurde inzwischen städtisches Eigentum, verhinderten das. Erst im Jahr 2005 begann die Firma Wempe das Observatorium in Glashütte zu sanieren und errichteten die einzige deutsche Chronometerprüfstelle.

Vorbei an der exklusiven Produktionsstätte der Firma Wempe lief ich eine asphaltierte Straße ungefähr 200 m bergab. Der weiterhin mit gelben Punkt markierte Wanderweg zweigt nach links ab und führte mich erst bergan, dann wieder fast bis ins Tal zum Kohlsteig bergab. Zwischenzeitlich passierte ich ein privates Waldstück. Der Durchgang wird vom Eigentümer jedoch ausdrücklich gewünscht. Die Wandertour bleibt wellig und vorbei an der Schützenhöhe erreiche ich die Schüllermühle im Müglitztal.
Hier sollte man etwas aufmerksam sein. Der Einstieg in den sehr steil bergan führenden Waldweg ist etwas verdeckt. Er befindet sich in Verlängerung der Brücke am Hang. Dieser Wanderweg, der Eselweg, ist nicht ganz so gut gepflegt, einige Bäume mussten überstiegen werden. Bei trockenem Wetter, wie ich es hatte, sind die vielen Laubpassagen unproblematisch. Nach oder mit Regen kann das unangenehm werden. Wanderstöcke wären hier angebracht.

Der Rückweg vom Hahneberg
Irgendwann ist aber auch der letzte Anstieg geschafft. Am Hahneberg (ca. 440 m) angekommen, traf ich auf die von Johnsbach kommenden Kleine Straße, welche trotz der Bezeichnung ein Waldweg ist. An einem der vielen Wanderwegweiser konnte ich die frohe Botschaft lesen, dass es bis zum Uhrenmuseum Glashütte nur noch 2,2 Kilometer sind. Von da ab ging es mit dem grünen Punkt als Markierungsbegleiter bequem und nur noch bergab zum Ausgangspunkt zurück. Gerade das letzte Stück ist entspannend. Auf der weit gegenüber liegenden Talseite sah ich den Ochsenkopf mit der Sternwarte und Waldstücke, durch die ich irgendwo gewandert bin. Am Ende waren die zehn Kilometer doch recht anstrengend, aber trotzdem schön.
Wer möchte und sich den sehr steilen Anstieg ab der Schüllermühle sparen will, kann am Kohlsteig auch abkürzen. Für den Rückweg nach Glashütte bietet sich die Altenberger Straße an, die Wanderrunde verkürzt sich so auf sechs Kilometer (220 Hm).











