Lauenstein – Geising – Bärenstein – eine Halbtagestour

Eine Halbtagestour im Osterzgebirge
Das Osterzgebirge bietet für Wanderfreunde und Erholungssuchende viele Möglichkeiten. Mit einigen Beiträgen habe ich schon versucht, die Aufmerksamkeit auf diese Gegend zu lenken. In den Beschreibungen „Schöne Aussicht von der Kohlhaukuppe bei Geising“ und „Wiesen und Berge im Osterzgebirge – die Bienhof-Wanderung“ werden Wandermöglichkeiten genannt, in dem Beitrag „Mein historischer Pfad durch Lauenstein“ berichte ich über einen Spaziergang durch die im oberen Müglitztal liegende Stadt Lauenstein. Das schöne Vorfrühlingswetter im März 2026 hat mich wiederholt in diese ruhige Region gelockt.
Wie schon vor einem Jahr, möchte ich mit meinem langjährigen Wanderpartner Ende März wieder am Bergtest bei Wehlen teilnehmen. Etwas Vorbereitung ist dafür ganz hilfreich. Also wurde mal wieder durch das Osterzgebirge gewandert. Ich nenne den Bericht darüber „Lauenstein – Geising – Bärenstein – eine Halbtagestour“, die Bezeichnung „Dreistädtewanderung“ wäre auch möglich, aber nicht ganz richtig gewesen. Die ehemals selbstständigen Städte Lauenstein, Geising und Bärenstein sind heute „nur noch“ Ortsteile der Bergstadt Kurort Altenberg.
Start und Ziel in Lauenstein

Wir starten am Marktplatz in Lauenstein. Parken ist dort komplikationslos und kostenfrei möglich. Wir verlassen das Ortszentrum mit dem blauen Strich als Markierung in Richtung ehemaliges Rathaus und wandern auf dem „Internationalen Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach – Budapest“ (EB) in Richtung Geising. Nach dem Start geht es gleich heftig bergan. Vorbei an Schutzhütten und Informationstafeln zum Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“, immer den Geisingberg in Sichtweite vor uns, führt uns der Weg durch genau diese Bergwiesen. Im März ist hier zwar noch kein Grün zu sehen, dennoch bieten die durch zahleiche Steinrücken getrennten Flächen einen schönen Anblick.

Der Abstieg nach Geising, dem Ort am Roten Wasser, ist steil, aber nicht schwierig. Unsere Tour führt uns am Bahnhof vorbei, anschließend queren wir die Straße nach Altenberg und der nächste Anstieg wartet schon. Bis zum höchsten Punkt der Tour müssen wir wieder reichlich 100 Meter bergauf laufen. Der 824 m hohen Basaltgipfel Geisingberg war bei dieser Wanderung nicht unser Ziel, also lassen wir ihn links liegen. Bis hierher haben wir ca. sechs Kilometer zurück gelegt.
Basaltabbau am Geising
An der Ostseite des Berges passieren wir in Form eines Steinbruchsees eine Hinterlassenschaft des Basaltabbaus am Geising. In dem heute mit Wasser gefüllten Steinbruch wurde bis 1943 durch verschiedene Betriebe mit unterschiedlichen Abbauverfahren Basalt abgebaut. Nach 1945 erwarb der Volkssportverein Niedersedlitz das ehemalige Schmiedegebäude, zusammen mit dem dazugehörigen Gelände vom Sächsischen Forstamt Altenberg. Im Jahr 2025 begingen die Natur- und Wanderfreunde Niedersedlitz e.V. das Jubiläum „80 Jahre Teichbaude am Geising“.
Hinter dem Steinbruchsee verlassen wir den EB, der weiter über den Geisingberg nach Altenberg führt. Unsere Tour geht mit dem grünen Punkt als Orientierung in Richtung Bärenstein weiter. Zwischen Erzgebirgswiesen, die immer wieder durch die schon erwähnten Steinrücken geteilt sind, wandern wir in der Sonne recht bequem bis zum Marktplatz des Altenberger Ortsteils. Dieser empfängt uns an einem Donnerstagmittag fast menschenleer. Wir genehmigen uns einen Abstecher zum Schloss Bärenstein. Dieses hatten wir schon von weitem gesehen.

Das geschlossene Schloss Bärenstein

Am Klingelschild steht u.a. „Falstaf Vermögensverwaltung“, ein Zugang ist nicht möglich. Hinter der Firmenbezeichnung steckt ein Dr. Georg Thaler, in der Presse auch als Schlössersammler bezeichnet. Die Schlösser Schenkendorf bei Berlin, Teupitz in Brandenburg und Strehla zwischen Riesa und Mühlberg sind Teil seiner Sammlung und haben mit dem Schloss Bärenstein eine Gemeinsamkeit – sind nur von außen zu besichtigen. Was hinter dieser Sammelleidenschaft steckt, ist unklar. Dass private Schlossbesitzer auch anders handeln können, zeigt Sven-Erik Hitzer, der Eigentümer von Schloss Thürmsdorf.
Für das letzte Drittel unserer Wanderung gehen wir wieder in den Ort zurück und steigen in das Tal ab. Unten queren wir die Müglitztalstraße, den Bahnkörper und die Müglitz und haben eine recht steilen Aufstieg vor uns, leider noch nicht der letzte. Ab dem Querweg, von hier sind es nicht mehr ganz drei Kilometer bis zum Ausgangspunkt in Lauenstein, läuft es sich angenehm. Der letzte Tourabschnitt führt uns noch einmal in das Müglitztal, von dem aus wir den letzten Anstieg zum Marktplatz Lauenstein bewältigen. Wieder am markanten Falknerbrunnen angekommen, geht unsere knapp 16 km lange Tour zu Ende. Dabei wurden von uns über 500 Höhenmetern absolviert, was nicht ganz „ohne“, aber so gewollt war.
Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein – der Lichtblick
Wir stehen auf dem Marktplatz der ehemaligen Stadt Lauenstein. Ein Rundumblick lässt keine guten Gefühle aufkommen. Manche Fassadenbeschriftungen erinnern an bessere Zeiten. Goldener Löwe, Hotel Lauensteiner Hof, Bäckerei Richter – alles geschlossen. Wir begeben uns ins Schloss, dem Osterzgebirgsmuseum. Dieses hat geöffnet, das angegliederte „Schlosscafé „Falknerstüb`l“ hat leider Urlaub. Pech.
Bei einem kleinen Plausch mit der anwesenden Museumsmitarbeiterin erfahren wir, dass die neue Sonderausstellung am 12. April 2026 beginnt. Unter dem Titel „Die Seele im Blick – Porträtmalerei von Heribert Fischer-Geising“ wird dem 130. Geburtstag des Osterzgebirgsmalers gedacht. Lauenstein wird uns also bald wieder sehen.









