Quohren, die Kipse und Curt Querner

Kein Querner-Geschrei zum 50. Todestag
Im März dieses Jahres war der 50. Todestag des Malers Curt Querner, von der Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet. Anlässlich seines 120. Geburtstages hatte ich vor zwei Jahren den kleinen Beitrag „Erinnerungen an Curt Querner“ verfasst. Damals hoffte ich, dass das „Querner-Geschrei“ im Gedenkjahr etwas lauter wird, aber weit gefehlt.
Querner wurde im Jahr 1904 südlich von Dresden in Börnchen, heute eine Ortsteil der Gemeinde Bannewitz, geboren. Nach der Entlassung aus der französischen Kriegsgefangenschaft kehrte er 1947 in sein Elternhaus zurück und hatte dort bis zu seinem Tod im März des Jahres 1976 sein Atelier.
Unweit der etwa 400 m hoch liegenden Ortschaft Börnchen beginnt das Landschaftsschutzgebiet Dippoldiswalder Heide und Wilisch. Drei nebeneinander liegende Erhebungen sind Teile des Gebietes. Der markanteste Berg des Trios ist der Wilisch (476 m). Oberhalb eines ehemaligen Basaltsteinbruchs gibt es einen Aussichtspunkt und eine Triangulationssäule. Verschiedene Wanderwege führen zu dem Plateau, weiter Infos dazu hier.
Die beiden benachbarten Berge, der Hermsdorfer Berg (452 m) und die Quohrener Kipse (452 m), bieten keine Aussichtsmöglichkeit. Zumindest kann letzterer mit in eine Rundwanderung einbezogen werden. Den Künstler Curt Querner inspirierte der auffällige, bewaldete Berg immer wieder. In seinem Tagebuch beschreibt er sein Verhältnis zur „Kipse“ sehr eindrucksvoll. Immer wieder machte er sich, bei jedem Wetter und bepackt mit Wasserfarben und Staffelei, auf den Weg zu einem seiner Lieblingsmotive.
Kurze Sommerwanderung zur Quohrener Kipse
An einem schönen, warmen Sommertag war die Quohrener Kipse, ohne Staffelei, Farben und der Fähigkeit Aquarelle malen zu können, mein Ausflugsziel. Ich parkte mein Fahrzeug in der dem Berg den Namen gebenden Ortschaft Quohren und verließ diese in Richtung Karsdorf. Das kleine Dorf Quohren gehört zur Gemeinde Kreischa und liegt in einem engen Tal an der Verbindungsstraße Possendorf – Kreischa.
Insgesamt war meine Runde nur sechs Kilometer lang, so dass ich sie hier nicht als Wanderung, sondern eher als Spaziergang durch Wiesen, Felder und Wälder einordnen möchte.
Wege durch das Land
Die gewählten Wege gehören zum Kurwegenetz Kreischa und sind gut markiert. Interessanterweise ist der Anfangsweg (Talstraße) nach Karsdorf auch als Radweg ausgezeichnet. Bis zum Ortsausgang ist dieser noch als solcher erkennbar und befahrbar. Die letzte rund 700 m lange Steigung führt jedoch über einen Wiesenhang bis hinauf nach Karsdorf. Auch die besten Mountainbikes müssen hier wohl geschoben werden.

Ich tangierte den Ort an der B170 nur kurz und lief weiter zur „Kipse“. Der Wanderweg führt nicht über den Gipfel, eine Sicht ist von dort ohnehin nicht möglich. Vor und nach dem Berg gibt es jedoch teilweise sehr schöne Fernsichten. Der Keulenberg bei Oberlichtenau, einige Tafelberge der Sächsische Schweiz und die Ausläufer des Osterzgebirges sind auszumachen.

Nach Verlassen des Waldabschnittes nutzte ich einen breiten Feldweg wieder zurück ins Tal nach Quohren. Vorbei an prall gefüllten Kirschbäumen und einem Steinmonument ist meine Runde zur Quohrener Kipse nach zwei Stunden beendet.

Zum Abschluss durchquere ich noch einmal den stillen Ort, in dem ich einen vorbildlichen Büchertausch-Schrank und einen Vierseitenhof, Orthsches Gut genannt, entdecke. In diesem veranstaltet der Verein Quohrener Leben e.V. verschiedene Veranstaltungen.



