Sommerwanderung von Wachau durch das Seifersdorfer Tal

Wandern in der Westlausitz
Gelegentlich stöbere ich in meinen älteren Beiträgen. Ich suche nichts Konkretes, finde aber da und dort Unternehmensankündigungen, die ich tatsächlich noch nicht umgesetzt habe. So auch im Beitrag „Winterimpressionen in Seifersdorf und Wachau“.
Im Januar 2023, das ist auch schon wieder über dreieinhalb Jahre her, spazierte ich im schönsten Schnee durch die Westlausitz. Geplant hatte ich ursprünglich eine Wanderung, die aber infolge der winterlichen Wegesituation nur zu einem Winterspaziergang umgeplant wurde. Die eigentliche Wanderaktivität wollte ich damals nachholen.

Aktuell haben wir nun einen schönen Sommer, so dass ich die alte Wanderplanung reaktivieren konnte. Die „Freizeitkarte der Westlausitz“ unterstützt mich dabei mit vielen Anregungen. Überhaupt ist es interessant, wie viel Themenwege in der Region angeboten, bezeichnet und auch in der Natur gekennzeichnet und markiert sind. Ich entschloss mich zu einer etwas über acht Kilometer langen Wanderrunde, die ich aus Teilen der regionalen Touren „Drei-Schlösser-Weg“, „Orla-Entdecker“ und „Lausitzer Schlange“ zusammensetzte.
Start am barocken Wohnschloss Wachau

Ausgangs- und Zielpunkt war wieder die Gemeinde Wachau. Hinter dem Schloss stehen zwei öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Von dort startete ich in Richtung Schloss und Schlosspark. Nach umfangreicher Sanierung konnte das Schloss Wachau im Oktober 2024 neu eingeweiht werden. Das Wohnschloss erstrahlt in neuem Glanz. Durch den fast zweijährigen Umbau entstanden zehn Wohnungen und drei Büros. Der Hauszugang ist ausdrücklich nicht erwünscht, der Park steht jedem offen.
Den parallel zur Wachauer Straße verlaufenden kombinierten Rad/Fußweg nutzte ich für den Weg nach Seifersdorf, einem Ortsteil von Wachau. Dort suchte ich als erstes das Schloss auf. Dieses gehört seit 1994 der Gemeinde, wird von einem Förderverein betreut und verwaltet und ist seit März 2024 wegen Umbauarbeiten für Besucher geschlossen. Die umfangreiche Sanierung des Schlosses sollte im August 2026 abgeschlossen sein. Wie das aber bei älteren Bauwerken so ist, der wahre Zustand zeigt sich erst, nachdem mit den Arbeiten begonnen wurde. So auch in Seifersdorf, wo man aber optimistisch ist, dass die wichtigsten Sanierungsarbeiten bis zum Jahresende beendet sind.

Schloss Seifersdorf in der Kohleregion
Rund sechs Millionen Euro soll die Sanierung kosten, davon kommt der überwiegende Teil aus einer Fördermaßnahme. Diese nennt sich „Investitionsgesetz Kohleregionen – Verbesserung der wirtschaftlichen Infrastruktur in den sächsischen Braunkohlerevieren“ und trägt hier den Namen „Touristische Erschließung Schloss Seifersdorf“. Seifersdorf liegt nur rund 15 Kilometer vor den Toren von Dresden und immerhin etwa 50 Kilometer vom nächsten ehemaligen Braunkohletagebau entfernt. Wo ist da die Kohleregion?
Wie so oft im Leben, ist die Lage entscheidend. Mit der Eingliederung in den im Jahr 2008 neu gegründeten Landkreis Bautzen und dessen Zuordnung zum sächsischen Teil des förderfähigen Lausitzer Revieres sind die Wachauer mit dem Seifersdorfer Schloss förderberechtigt. Das nennt man dann wohl gezieltes „Anzapfen von Fördertöpfen“. Auf alle Fälle freuen wir uns dann schon auf ein schön saniertes Schloss, was der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
Durch das Seifersdorfer Tal
Da einige Wege im Schlosspark Seifersdorf gesperrt waren und das Begehen der restlichen mehr einem Hindernisparcour glich, setzte ich meine Wanderung mit dem Roten Strich als Markierung in Richtung Seifersdorfer Tal fort. Über den Brückenweg erreichte ich die Niedermühle, eine ehemalige Papiermühle. Von dort lief ich entgegen der Großen Röder vorbei an der Marienmühle bis zur Grundmühle und verließ dort das kühle Tal. Auffallend war, dass die drei Brücken im Tal, die Herderbrücke, die Tanzwiesenbrücke und die Laurabrücke, mit einem schönen, weißen Anstrich glänzten. Kein Wunder, denn die Mitglieder des Vereins Seifersdorfer Thal e.V. hatten diese erst zwei Wochen zuvor in ehrenamtlicher Arbeit gereinigt, abgeschliffen und weiß gestrichen.

Insgesamt begegneten mir an dem Wochentag nicht sehr viele Erholungssuchende, was mich nicht sonderlich störte. Ab der Grundmühle nutzte ich einen Teil des Weges „Orla-Entdecker“ für den Rückweg. Wieder auf der Ebene angekommen, vorbei an Sonnenblumen- und Maisfelder, konnte ich meine botanischen Kenntnisse etwas auffrischen, zumindestens für den Augenblick. Die Flora Incognita App ist in solchen Situationen ein gutes Hilfsmittel.
Wegbegleiter
In Wachau zurückgekehrt, drehte ich noch eine zweite Runde durch den Schlosspark und bewunderte die eiserne Hängebrücke am Kirchteich aus der Ferne. Insgesamt war die kleine Wanderung sehr entspannend und kann zu jeder Jahreszeit wiederholt werden. Vielleicht ist dann das Schloss Seifersdorf auch wieder für Besucher geöffnet.





