Winterferien zwischen Königstein und Thürmsdorf

Vor reichlich 50 Jahren nutzte ich fast jährlich einen Teil der insgesamt dreiwöchigen Winterferien für einen Aufenthalt bei meiner Großmutter auf dem Dorf. Für mich als Stadtkind war das immer ein schönes Erlebnis. Unterwegs zwischen Schweineställen und Scheunen verbrachte ich gemeinsam mit der fast gleichaltrigen Enkeltochter der Nachbarin meiner Großmutter die meiste Zeit im Freien. Oftmals lagen die Felder unter einer Schneedecke, die kleinen Wasserfließe waren zugefroren und die Temperaturen zeigten Werte meist unter null.
Die ersten Monate des Winters 2026 ließen bei mir die Erinnerungen an diese schöne Zeit wach werden. Zwar durchstreife ich schon lange keine Schweineställe und Scheunen mehr, aber mal wieder kreuz und quer über schneebedeckte Felder laufen, das reizte mich und so zog es mich wieder hinaus in die Natur. Bei angenehmer winterlicher Atmosphäre fuhr ich nach Thürmsdorf in der Sächsischen Schweiz. Im März 2024 absolvierte ich von dort eine anspruchsvolle Rundwanderung. Diese war diesmal nicht geplant.
Vom Schloss Thürmsdorf zum Biedermann Mausoleum
Ich parkte wieder unterhalb von Schloss Thürmsdorf und lief die wenigen Meter bis zum Biedermann Mausoleum. Obwohl es der erste sonnige Tag seit längerer Zeit war, begegneten mir in einer Stunde ganze drei Personen. Nicht viel für eine Urlaubsregion, ich schiebe es mal auf den Wochentag.

Bei dem als Rotunde ausgeführten Bauwerk handelt es sich um das ehemalige Mausoleum des Freiherrn von Biedermann und seiner Familie, dem damaligen Besitzer von Schloss Thürmsdorf. Das 1921 errichtete Gebäude gehört seit 1997 Sven-Erik Hitzer, der das Objekt mit Unterstützung der Denkmalpflege umfangreich saniert hat.

Dabei wurden auch Sichtachsen freigeschnitten, welche von dieser Höhe schöne Blicke ins Elbtal und auf die angrenzenden und weiteren Höhenzüge erlauben. Neben den Tafelbergen Lilienstein, Pfaffenstein, Gohrisch und Papststein sind so die Festung Königstein und Teile der Ortschaft Königstein zu erkennen. So entstand bei mir der spontane Entschluss, nach meinem kurzen Naturausflug dem Ort an der Elbe ebenfalls einen Winterferienbesuch abzustatten.
Das Schloss Thürmsdorf selbst ist von allen Seiten eingerüstet. Der Eigentümer dieses Anwesens mit seinem angrenzenden Schlosspark, Sven-Erik Hitzer, investiert weiterhin Zeit, Geld und Kraft in die Sanierung und Restaurierung der Anlage. Zwar ruhte die Bautätigkeit infolge der Witterung etwas, rund um das Schloss entdeckte ich aber neue Infotafeln, die über die Schlossgeschichte und den Apfelanbau in der Region informieren. Insgesamt wurde mein Eindruck von 2024 wiederholt bestätigt, dass in Thürmsdorf über die Erhaltung von Kultur und Denkmälern nicht nur gesprochen und theoretisch philosophiert wird („wir alle gemeinsam sollten, müssten, könnten …“), sondern dafür tatkräftig angepackt wird.
Von Thürmsdorf nach Königstein
Ein Spaziergang durch den in Schnee gehüllten Schlosspark wäre nicht sonderlich sinnvoll gewesen. Also setzte ich meine kurzen Winterferien in Königstein an der Elbe fort. Viel gab es dort leider nicht zu entdecken. Ich wandelte durch leere Straßen, besuchte die Tourismusinformation und stellte beim Versuch zur Festung aufzusteigen schnell fest, dass die Wege recht rutschig sind. Also gab ich das Vorhaben auf und beendete meinen kleinen Winterausflug mit einem letzten Spaziergang zur Elbe.
Übrigens, Festung Königstein. Seit dem 15. Juni 2024 wird dort unter anderem die Sonderausstellung „Entlang der Elbe – Das alte Sachsen in Gemälden aus der Sammlung Wolfgang Donath“ in Etappen gezeigt. Wolfgang Donath hatte 2023 rund 500 Objekte seiner Sammlung, darunter 167 Gemälde, an die Festung Königstein als Schenkung übergeben. Nach Begutachtung, Katalogisierung und teilweiser Restaurierung wurde die Sonderausstellung im Sommer 2024 eröffnet. Die Dresdner Firma whitebox, welche auch die neue Otto-Dix-Dauerausstellung in Gera projektiert hat, realisierte die Präsentation auf der Festung Königstein.
Die Sonderausstellung wurde im Jahr 2025 fortgesetzt und auch dieses Jahr ist sie noch einmal ab dem 28. März bis zum 1. November 2026 für Besucher geöffnet. Mit dem am 28. März beginnenden Sommertarif zahlen Erwachsene dann 17 € Eintritt. Noch steht auf der Internetseite der Festung „Senioren zahlen den vollen Eintritt“ (Abruf 22.02.2026) . Diverse Nachrichtenportale, so TAG24 [1], wissen jedoch schon: “… Neu ist dafür der Vorteilspreis „Entdecker 65+“. Am letzten Montag jedes Monats zahlen Gäste ab 65 Jahren 14 Euro“.
[1] https://www.tag24.de/sachsen/saechsische-schweiz/besucherschwund-auf-der-festung-koenigstein-3466784






