Rund um Holzhau im Osterzgebirge

Osterzgebirge – zwischen Kammwanderung und Achttausender
Das Osterzgebirge, nur reichlich 50 Autominuten von Dresden entfernt, bietet zahlreiche Wandermöglichkeiten. Neben dem über 285 km langen Kammweg sind auch kürzer Touren jederzeit möglich. Das zur UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge / Krušnohoří gehörende Gebiet bietet viele Varianten beiderseits der Grenze Deutschland / Tschechien. Ich habe mich in Anlehnung an eine örtliche Wanderbeschreibung zu einer Rundtour entschlossen, in die an beliebiger Stelle eingestiegen werden kann.
Von Holzhau hinauf zur Steinkuppe
Ich begann die Tour am Teichhaus bei Holzhau und lief einige Schritten auf der Fahrstraße in Richtung Holzhau. Mit dem grünen Strich als Markierung ging es dann schon in Richtung Steinkuppe. Der 8048 dm (804,8 m) hohe Berg gehört zu den 14 Achttausendern, die sich im Osterzgebirge befinden. Solch eine Erhebung besitzt natürlich ein ständig gepflegtes Gipfelbuch und eine Stempelmöglichkeit. Warum aber die eigenartige Angabe der Gipfelhöhe in Dezimeter (dm)?
Die 14 Achttausender im Osterzgebirge
Im Januar 2004 wurden durch ein Fernseh-Team der MDR-Bergsport-Redaktion BIWAK an 2 Tagen 14 Berge und Kuppen, welche eine Höhe von über 800 Meter haben, erwandert. Einer der Teilnehmer der Aktion war der Extrembergsteiger Götz Wiegand. Sonst ist er ja bei den „wahren“ Achttausendern im Himalaya zu finden. Die Höhen der Erzgebirgserhebungen wurden in Dezimeter umgerechnet und die „14 Achttausender im Osterzgebirge“ waren geboren.

Nach der Gipfelbesteigung der Steinkuppe ging die Tour etwas auf dem schon genannten Kammweg entlang. Schnell wurde die Fischerbaude erreicht. Örtlich zu Ober-Holzhau gezählt, wird das 1901 als Gaststätte gegründete Haus auf alten Ansichtskarten als Erholungsheim und zu DDR-Zeiten als FDGB-Ferienheim „Fortschritt“ mit interessanten Innenaufnahmen dargestellt.
Kammweg Erzgebirge oder Talblick?
Von hier ab können Wanderer die Strecke das erste Mal verkürzen. Die ursprüngliche Anleitung führte mich rechts abzweigend zum Berghotel Talblick hinab und direkt hinter der Ausspanne über eine schöne Wiese wieder zurück auf den Kammweg. Wer ab der Fischerbaude den Kammweg gerade weiter wandert, kann ungefähr ein Kilometer Strecke und etliche Höhenmeter sparen.
Ich lief die komplette Runde und kehrte nach dem Berghotel Talblick über einen Wiesenanstieg wieder zum Kammweg zurück. Von hier ging der Weg durch den Wald und teilweise am Wald entlang. Dabei hatte ich immer schöne Sicht zu den gegenüber liegenden Erhebungen.

Rechenberg-Bienenmühle – ein interessanter Ort
Wir steigen nach Rechenberg, Teil von Rechenberg-Bienenmühle, ab. Über die Alte Straße erreichte ich den kleinen Markt, die Burgruine Rechenberg und die Kirche Rechenberg-Bienenmühle direkt vor mir liegend.
Zwei Drittel der Gesamttour waren hier bereits geschafft. Für den Schlussabschnitt überquerte ich die Freiberger Mulde. Am Rathaus vorbei führte mich der Weg zur Schanze und anschließend weiter steil bergan. Quasi durch das Betriebsgelände der Privatbrauerei Rechenberg-Bienenmühle hindurch begannen die letzten Kilometer. Eine Besichtigung des an die Brauerei angegliederten Sächsischen Brauereimuseums Rechenberg ist zu ausgewählten Zeiten möglich.
Nochmal musste ich bergan wandern, zum Abschluss schwenkte die Strecke auf den rot markierten Wanderweg, den Schanzenweg, ein. Leider endete dieser auf der zum Glück wenig befahrenen Muldentalstraße. Dieser folgte ich 800 m bis nach Holzhau.

Holzhau – die Sommerfrische mit Wintersport
Gemeinsam mit dem kleinen Ort Clausnitz gehört Holzhau zur Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle. Schon 1886 kamen die ersten Gäste in die Sommerfrische. Diese Beliebtheit hat bis heute angehalten, noch immer ist Holzhau im Osterzgebirge eine gern besuchte Wander- und Windersportregion. Selbst Rennrad-Fans werden immer öfters gesichtet. Auf der Stoneman Miriquidi Road können sich Extremrad-Liebhaber richtig auspowern.

Am Ortseingang von Holzhau orientierte ich mich nach rechts, überquerte die Schienen und wanderte weiterhin mit der roten Markierung nach links schwenkend zunächst einige Meter parallel zur Eisenbahnstrecke Freiberg – Holzhau. Schon nach wenigen Schritten mussten die Schienen und die Fahrstraße noch einmal überquert werden. Die letzten Kilometer gingen entlang der Freiberger Mulde durch den schattigen Wald. Der Ausgangspunkt Teichhaus wurde so nach ca. 14 Kilometern wieder erreicht.
Finale wieder am Teichhaus
Wie schon am Anfang beschrieben, kann die Tour an verschiedenen Punkten begonnen und beendet werden. Eine Abkürzung, gerade im Bereich Fischerbaude, ist möglich. Bei Anreise mit dem PKW von Dresden über Dippoldiswalde und Schmiedeberg muss bis zum Teichhaus Holzhau ca. eine Stunde gerechnet werden.
Wer mit der Bahn anreist, wird in Rechenberg oder Holzhau starten wollen. Von Freiberg / Sachsen verkehrt die Freiberger Eisenbahn auf der Linie RB83 mehrmals täglich bis Holzhau und zurück. Die Fahrt von Freiberg nach Holzhau soll lt. Fahrplan 41 Minuten dauern.




