Rund um Holzhau im Osterzgebirge

Achttausender im Osterzgebirge

Schanzenweg Rechenberg
Wanderweg Rechenberg – Holzhau

Reise in die Berge

Reichlich 50 Autominuten von Dresden entfernt befindet sich mit dem Osterzgebirge ein Teil des zwischen Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz) und Vogtland gelegenen Erzgebirges. Ein Mittelgebirge, welches über einen 285 km langen Kammweg wandermäßig komplett erschlossen werden kann.

Neben dieser Streckenwanderung stehen in der UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge / Krušnohoří noch viel mehr Varianten beiderseits der Grenze Deutschland / Tschechien zur Auswahl. Ich habe mich in Anlehnung an eine örtliche Wanderbeschreibung zu einer Rundtour entschlossen, in die an beliebiger Stelle eingestiegen werden kann. Eine Kürzung der ca. 14 km langen Wanderung ist aber auch möglich.

Der Start in Holzhau

Willkommen in Holzhau
Willkommen in Holzhau

Mit dem Fahrzeug fahren mein Wanderbegleiter und ich (daher im Folgenden auch als wir bezeichnet) bis zum Teichhaus bei Holzhau. Gegenüber dem neu entstandenen Waldgasthaus mit Pension (ich kenne leider auch noch eine völlig desaströse Gebäudesituation) befinden sich Parkmöglichkeiten. Ob es aktuell wirklich geöffnet ist, konnten wir nicht feststellen.

Teichhaus Holzhau
Teichhaus Holzhau

Wir beginnen die Tour mit einigen Schritten auf der Fahrstraße in Richtung Holzhau und biegen dann mit dem grünen Strich in Richtung Steinkuppe ab. Der 8048 dm (804,8 m) hohe Berg gehört zu den 14 Achttausendern, die sich im Osterzgebirge befinden. Solch eine Erhebung besitzt natürlich ein ständig gepflegtes Gipfelbuch und eine Stempelmöglichkeit.

Wie Sie schon richtig gelesen haben, ist die Angabe der Gipfelhöhe in Dezimeter (dm). Warum aber nur?

Gipfelbuch Steinkuppe
Gipfelbuch Steinkuppe
Wanderwegweiser Fischerbaude
Wanderwegweiser Fischerbaude

Die 14 Achttausender im Osterzgebirge

Im Januar 2004 wurden durch ein Fernseh-Team der MDR-Bergsport-Redaktion BIWAK an 2 Tagen 14 Berge und Kuppen mit einer Höhe über 800 Meter erwandert. Mit dabei war der Extrembergsteiger Götz Wiegand, sonst bei den „wahren“ Achttausendern im Himalaya unterwegs. Also wurden die Höhen in Dezimeter umgerechnet und die „14 Achttausender im Osterzgebirge“ waren geboren [ 1 ].

Fischerbaude Oberholzhau
Fischerbaude Oberholzhau

Nach der Gipfelbesteigung verlassen wir die Steinkuppe und wandern etwas auf dem schon genannten Kammweg entlang. Die Kammweg-Markierung ist dabei nicht zu verfehlen. Schnell haben wir die Fischerbaude erreicht. Örtlich zu Ober-Holzhau gezählt, wird das 1901 als Gaststätte gegründete Haus auf alten Ansichtskarten als Erholungsheim und zu DDR-Zeiten als FDGB-Ferienheim „Fortschritt“ mit interessanten Innenaufnahmen dargestellt.

Eine Abkürzung gefällig?

Von hier ab können Wanderer die Strecke das erste Mal verkürzen. Die ursprüngliche Anleitung führt uns rechts abzweigend zum Berghotel Talblick hinab und direkt hinter der Ausspanne über eine schöne Wiese wieder zurück auf den Kammweg. Wer von der Fischerbaude aus den Kammweg einfach gerade weiter wandert, spart ca. 1 km Strecke und etliche Höhenmeter. Wir sind nach dem kleinen Anstieg wieder auf den Kammweg zurück gekehrt. Diesen nutzen wir für den weiteren Weg durch den Wald und am Wald entlang. Immer mit herrlichen Blicken über die angrenzenden Wiesen und auf die gegenüber liegenden Erhebungen. Selbst Holzhau liegt uns nun zum Teil zu Füßen.

Berghotel Talblick
Berghotel Talblick

Rechenberg-Bienenmühle – ein interessanter Ort

Wir steigen nach Rechenberg, Teil von Rechenberg-Bienenmühle [ 2 ], ab. Über die Alte Straße erreichen wir den kleinen Markt. Nun haben wir die Burgruine Rechenberg und die Kirche Rechenberg-Bienenmühle direkt vor uns, beide hatten wir beim Abstieg vom Kammweg schon von weitem gesehen.

Kirche Rechenberg-Bienenmühle
Kirche Rechenberg-Bienenmühle
Kirche Rechenberg-Bienenmühle
Kirche Rechenberg-Bienenmühle

Zwei Drittel unserer Gesamttour sind geschafft, eine kleine Rast ist hier möglich. Den Schlussabschnitt beginnen wir mit der Überquerung der Freiberger Mulde. Am Rathaus vorbei steigen wir zur Schanze auf und haben an der Rückseite die Möglichkeit, uns an einer Tafel über die Geschichte der Burgruine zu informieren. Nun noch den letzten steilen Anstieg.

Die Erzgebirgische Bier-Route

Erzgebirgische Bier-Route
Erzgebirgische Bier-Route

Quasi durch das Betriebsgelände der Privatbrauerei Rechenberg-Bienenmühle hindurch beginnen die letzten Kilometer. Wer es sich vormerken möchte, es gibt auch eine Erzgebirgische Bier-Route Erzgebirge – Krušnohoří, die als Rundtour gewandert werden kann. Das an die Privatbrauerei angegliederte Sächsische Brauereimuseum Rechenberg [ 3 ] kann zudem zu ausgewählten Zeiten besichtigt werden.

Privatbrauerei Rechenberg-Bienenmühle

Privatbrauerei Rechenberg-Bienenmühle

Wir laufen weiter bergan, schwenken am Ende rechts auf den rot markierten Wanderweg, den Schanzenweg, ein. Diese Partie führt uns zunächst durch die Natur und gestattet uns Blicke auf die Gegenseite, auf der wir noch kurz zuvor selbst gewandert waren. Leider endet der Schanzenweg auf der zum Glück wenig befahrenen Muldentalstraße. Dieser folgen wir 800 m bis nach Holzhau.

Muldental
Muldental

Holzhau – die Sommerfrische mit Wintersport

Gemeinsam mit dem kleinen Ort Clausnitz gehört Holzhau zur Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle. Schon 1886 kamen die ersten Gäste in die Sommerfrische. Diese Beliebtheit hat bis heute angehalten, noch immer ist Holzhau im Osterzgebirge eine gern besuchte Wander- und Windersportregion. Selbst Rennrad-Fans werden immer öfters gesichtet. Auf der Stoneman Miriquidi Road [ 4 ] können sich Extremrad-Liebhaber richtig auspowern.

Stoneman Miriquidi Road
Stoneman Miriquidi Road

Wir hatten unsere Tour jedoch zu Fuß begonnen und wollen diese auch so beenden. Am Ortseingang von Holzhau orientieren wir uns nach rechts, überqueren die Schienen und laufen weiterhin mit roter Markierung nach links schwenkend zunächst einige Meter parallel zur Eisenbahnstrecke Freiberg – Holzhau. Schon nach wenigen Schritten überqueren wir noch mal Schienen und Fahrstraße und genießen die letzten Kilometer entlang der Freiberger Mulde durch schattigen Wald. So kehren wir nach ca. 14 Kilometern wieder zum Ausgangspunkt Teichhaus zurück.

Finale am Teichhaus

Wie schon am Anfang beschrieben, kann die Tour an verschiedenen Punkten begonnen und beendet werden. Eine Abkürzung, gerade im Bereich Fischerbaude, ist möglich. Bei Anreise mit dem PKW von Dresden über Dippoldiswalde und Schmiedeberg muss bis zum Teichhaus ca. eine Stunde gerechnet werden.

Wer mit der Bahn anreist, wird in Rechenberg oder Holzhau starten wollen. Von Freiberg / Sachsen verkehrt die Freiberger Eisenbahn [ 5 ] auf der Linie RB83 mehrmals täglich bis Holzhau und zurück. Die Fahrt von Freiberg nach Holzhau soll lt. Fahrplan 41 Minuten dauern.

Externe Quellen

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